Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Ertragslage des Aurubis-Konzerns

Ertragslage (operativ)

Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen – aus der Anwendung der Durchschnittsmethode bei der Vorratsbewertung nach IAS 2, aus kupferpreisbedingten Bewertungseffekten auf Vorratsbestände sowie aus Effekten der Kaufpreisallokationen, im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11 – zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt über die Darstellung der Ertrags-, Vermögens-, und Finanzlage nach IFRS hinaus die Erläuterung der Ertrags- und Vermögenslage auch auf Basis operativer Werte.

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2015/16 und das operative Ergebnis im Vorjahresvergleichszeitraum wieder.

Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

T 009
 
in Mio. € 2015/16
IFRS
2015/16
Bereinigung 1)
2015/16
operativ
2014/15
operativ
         
Umsatzerlöse 9.475 0 9.475 10.995
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 97 23 120 76
Andere aktivierte Eigenleistungen 9 0 9 6
Sonstige betriebliche Erträge 58 0 58 60
Materialaufwand –8.635 23 –8.612 –9.964
Rohergebnis 1.004 46 1.050 1.173
 
Personalaufwand –449 0 –449 –431
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –135 6 –129 –130
Sonstige betriebliche Aufwendungen –243 0 –243 –242
Betriebsergebnis (EBIT) 177 52 229 370
 
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 6 2 8 4
Zinserträge 3 0 3 4
Zinsaufwendungen –27 0 –27 –31
Übrige finanzielle Aufwendungen 0 0 0 –4
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 159 54 213 343
 
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –35 –13 –48 –86
Konzernergebnis 124 41 165 257
      
1) Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2, um kupferpreisbedingte Bewertungseffekte auf Vorratsbestände sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i.W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2015/16 ein operatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 213 Mio. € (Vj. 343 Mio. €) erwirtschaftet. Der Geschäftsverlauf war geprägt von einer insgesamt schwierigen Situation auf den Altkupfer- und Schwefelsäuremärkten. Die Raffinierlöhne für Altkupfer sowie die Erlöse für Schwefelsäure lagen gegenüber dem Vorjahr auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Auf den Märkten für Kupferkonzentrate sorgte eine gute Verfügbarkeit bei verbessertem Einsatzmix für gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne. Kupferprodukte verzeichneten ein insgesamt leicht über Vorjahr liegendes Absatzniveau bei geringeren Kathodenprämien. Lediglich bei Bandprodukten lag der Absatz auf dem Vorjahresniveau. Der Geschäftsverlauf war weiterhin durch das geringere Metallmehrausbringen bei gesunkenen Metallpreisen gegenüber dem Vorjahr geprägt. Zusätzlich wirkte sich der im Frühjahr durchgeführte geplante Stillstand an unserem Standort Pirdop, Bulgarien, belastend aus. Wie im Vorjahr konnte Aurubis auch dieses Jahr von der EUR/USD-Entwicklung profitieren.

Das IFRS-Ergebnis vor Steuern in Höhe von 159 Mio. € wurde um Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von 48 Mio. € (Vj. 167 Mio. €) sowie um Effekte aus einer Kaufpreisallokation seit 2010/11 in Höhe von 6 Mio. € (Vj. 6 Mio. €) bereinigt, um zum operativen Ergebnis vor Steuern von 213 Mio. € (Vj. 343 Mio. €) zu gelangen.

Die Umsatzerlöse im Konzern reduzierten sich im Berichtszeitraum um 1.520 Mio. € auf 9.475 Mio. € (Vj. 10.995 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr niedrigeren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.

Aufteilung Umsatzerlöse

T 010
 
in % 2015/16 2014/15
     
Inland 35 32
Europäische Union 38 38
Übriges Europa 3 2
Sonstige 24 28
 
Gesamt 100 100

Die Bestandsveränderung betrug 120 Mio. € (Vj. 76 Mio. €) und war im Wesentlichen durch eine Erhöhung der Kupfer- und Edelmetallbestände bedingt.

Der Materialaufwand verminderte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 1.352 Mio. € von 9.964 Mio. € im Vorjahr auf 8.612 Mio. €.

Nach Einbeziehung der Bestandsveränderung, der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.050 Mio. € (Vj. 1.173 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg von 431 Mio. € im Vorjahr auf 449 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen, eine leicht erhöhte Mitarbeiterzahl sowie in Euro gestiegene Personalkosten am Standort Buffalo, USA.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 129 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (130 Mio. €).

Umsatzentwicklung nach Produkten

Grafik: Umsatzentwicklung nach Produkten

Ebenso lagen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 243 Mio. € auf Vorjahresniveau (242 Mio. €).

Somit ergab sich insgesamt ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 229 Mio. € (Vj. 370 Mio. €).

Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 24 Mio. € gegenüber 27 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 213 Mio. € (Vj. 343 Mio. €). Ausschlaggebend für die Entwicklung im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres waren folgende wesentliche Faktoren:

  • der geplante Stillstand in Pirdop, Bulgarien, mit entsprechend geringerem Durchsatz,
  • gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate bei verbessertem Einsatzmix,
  • deutlich gesunkene Raffinierlöhne für Altkupfer bei geringem Altkupferangebot,
  • erheblich schwächere Verkaufspreise für Schwefelsäure aufgrund eines Überangebots auf den globalen Märkten,
  • geringeres Metallmehrausbringen bei gesunkenen Metallpreisen,
  • niedrigere Kathodenprämie,
  • stabiler Absatz bei Gießwalzdraht und Strangguss sowie
  • der starke US-Dollar.

Das operative Ergebnis vor Steuern lag deutlich unter dem Vorjahr und entsprach damit der bereits zu Geschäftsjahresbeginn im Prognosebericht enthaltenen Erwartung.

Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 165 Mio. € (Vj. 257 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 3,64 € (Vj. 5,68 €).

Ertragslage (IFRS)

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2015/16 ein Konzernergebnis in Höhe von 124 Mio. € (Vj. 134 Mio. €) erzielt.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

T 011
 
in Mio. € 2015/16
IFRS
2014/15
IFRS
     
Umsatzerlöse 9.475 10.995
 
Bestandsveränderungen/
Aktivierte Eigenleistungen
106 21
Sonstige betriebliche Erträge 58 60
Materialaufwand –8.635 –10.067
Rohergebnis 1.004 1.009
 
Personalaufwand –449 –431
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –135 –136
Sonstige betriebliche Aufwendungen –243 –242
Betriebsergebnis (EBIT) 177 200
 
Finanzergebnis –18 –30
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 159 170
 
Ertragsteuern –35 –36
 
Konzernergebnis 124 134

Die Umsatzerlöse im Konzern reduzierten sich im Berichtszeitraum um 1.520 Mio. € auf 9.475 Mio. € (Vj. 10.995 Mio. €). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den gegenüber dem Vorjahr niedrigeren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.

Die Bestandsveränderung erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 82 Mio. € auf 97 Mio. € (Vj. 15 Mio. €) und war im Wesentlichen auf eine Erhöhung der Kupfer- und Edelmetallbestände zurückzuführen.

Der Materialaufwand verminderte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen um 1.432 Mio. € von 10.067 Mio. € im Vorjahr auf 8.635 Mio. €.

Nach Einbeziehung der Bestandsveränderung, der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge verblieb ein Rohergebnis in Höhe von 1.004 Mio. € (Vj. 1.009 Mio. €).

Die Veränderung des Rohergebnisses war neben den bereits in der Erläuterung zur operativen Ertragslage beschriebenen Ergebniseffekten auch durch die Metallpreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Dies ist unabhängig von der operativen Performance und nicht Cashflow-relevant.

Der Personalaufwand stieg von 431 Mio. € im Vorjahr auf 449 Mio. € in der aktuellen Berichtsperiode. Ursächlich hierfür waren insbesondere Tarifsteigerungen, eine leicht erhöhte Mitarbeiterzahl sowie in Euro gestiegene Personalkosten am Standort Buffalo, USA.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 135 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (136 Mio. €).

Ebenso lagen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 243 Mio. € auf Vorjahresniveau (242 Mio. €).

Somit ergab sich insgesamt ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) in Höhe von 177 Mio. € (Vj. 200 Mio. €).

Die Nettozinsaufwendungen lagen bei 24 Mio. € gegenüber 27 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer niedrigeren Verzinsung.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 159 Mio. € (Vj. 170 Mio. €). Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernüberschuss in Höhe von 124 Mio. € (Vj. 134 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,71 € (Vj. 2,95 €).

Vermögenslage des Aurubis-Konzerns

Vermögenslage (operativ)

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2016 und die operative Bilanz zum 30.09.2015 wieder.

Überleitung der Konzernbilanz

T 012
 
in Mio. € 30.09.2016
IFRS
30.09.2016
Bereinigung 1)
30.09.2016
operativ
30.09.2015
operativ
         
AKTIVA        
Anlagevermögen 1.450 –46 1.404 1.387
Latente Steuern 10 48 58 29
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 26 0 26 15
Vorräte 1.700 –206 1.494 1.374
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 369 0 369 495
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 472 0 472 453
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 0 0 0 6
 
Summe Aktiva 4.027 –204 3.823 3.759
 
PASSIVA        
Eigenkapital 1.991 –162 1.829 1.765
Latente Steuern 151 –42 109 102
Langfristige Rückstellungen 386 0 386 281
Langfristige Verbindlichkeiten 357 0 357 509
Kurzfristige Rückstellungen 32 0 32 35
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.110 0 1.110 1.067
 
Summe Passiva 4.027 –204 3.823 3.759
   
1) Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2, um kupferpreisbedingte Bewertungseffekte auf Vorratsbestände sowie um Effekte aus Kaufpreisallokationen i. W. auf Sachanlagevermögen ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Vorjahreswerte teilweise angepasst.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 3.759 Mio. € zum 30.09.2015 auf 3.823 Mio. € zum 30.09.2016, insbesondere aufgrund gestiegener Vorratsbestände.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 64 Mio. € von 1.765 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 1.829 Mio. € zum 30.09.2016. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das operative Konzernergebnis von 165 Mio. €. Gegenläufig wirkten sich die Dividendenzahlung in Höhe von 62 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen aus. Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 47,8 % gegenüber 46,9 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Erhöhung der langfristigen Rückstellungen resultierte aus einem Anstieg der Pensionsverbindlichkeiten aufgrund der oben genannten Effekte aus der Neubewertung.

Die Finanzverbindlichkeiten sind leicht von 506 Mio. € zum 30.09.2015 auf 495 Mio. € zum 30.09.2016 gesunken. Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten zum 30.09.2016 und 30.09.2015 dar:

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

T 013
 
in Mio. € 30.09.2016 30.09.2015
     
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 321 464
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 16 17
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 337 481
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 156 23
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2 2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 158 25
 
Finanzverbindlichkeiten 495 506

Kapitalrendite (operativ)

Der ROCE stellt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals dar.

Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 12 Monate) verminderte sich aufgrund des geringeren operativen Ergebnisses von 18,7 % im Vorjahr auf 10,9 % im aktuellen Geschäftsjahr.

Aurubis erzielte aufgrund des deutlich geringeren operativen Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlich niedrigeren operativen ROCE. Die Kennzahl lag damit im Rahmen der bereits zu Geschäftsjahresbeginn im Prognosebericht formulierten Erwartungen.

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ

T 014
 
in Mio. € 30.09.2016 30.09.2015
     
Anlagevermögen 1.343 1.327
Vorräte 1.494 1.374
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 242 307
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 211 212
– Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –798 –761
– Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten –379 –480
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 2.114 1.979
 
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 213 343
Finanzergebnis 16 27
Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) 229 370
 
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 10,9 % 18,7 %

Vermögenslage (IFRS)

Die Bilanzsumme verminderte sich leicht von 4.044 Mio. € zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 4.027 Mio. € zum 30.09.2016.

Bilanzstruktur des Konzerns

T 015
 
in % 30.09.2016 30.09.2015
     
Anlagevermögen 36 36
Vorräte 42 40
Forderungen etc. 10 13
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12 11
  100 100
 
Eigenkapital 49 49
Rückstellungen 14 12
Verbindlichkeiten 37 39
  100 100

Das Eigenkapital des Konzerns stieg leicht um 22 Mio. € von 1.969 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 1.991 Mio. € zum 30.09.2016. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das Konzernergebnis von 124 Mio. €. Gegenläufig wirkten sich die Dividendenzahlung in Höhe von 62 Mio. € sowie erfolgsneutral zu berücksichtigende Effekte aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen aus. Insgesamt lag die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) bei 49,4 % gegenüber 48,7 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die Finanzverbindlichkeiten sind leicht von 506 Mio. € zum 30.09.2015 auf 495 Mio. € zum 30.09.2016 gesunken. Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten zum 30.09.2016 und 30.09.2015 dar:

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

T 016
 
in Mio. € 30.09.2016 30.09.2015
     
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 321 464
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 16 17
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 337 481
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 156 23
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2 2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 158 25
     
Finanzverbindlichkeiten 495 506

Kapitalrendite (IFRS)

Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE wird im Abschnitt „Kapitalrendite (operativ)“ erläutert.

Finanzlage des Aurubis Konzerns

Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Cashflows des Konzerns mit den kurz- und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden.

Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns wird zeitnah und regelmäßig verfolgt. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen.

Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten, vermindert um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden.

Die Kennzahl Zinsdeckung gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA).

Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von < 3 und eine Zinsdeckung von > 5 als ausgewogen.

Für die Steuerung des Konzerns verwenden wir das operative Ergebnis, dementsprechend stellen sich die operativen Finanzkennzahlen des Konzerns wie folgt dar:

Finanzkennzahlen des Konzerns operativ

T 017
 
Operativ 30.09.2016 30.09.2015
     
Schuldendeckung =
Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA
0,1 0,1
Zinsdeckung =
EBITDA/Zinsergebnis
14,6 18,3
  

Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Liquiditäts- und Finanzierungsanalyse

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind.

Der Netto-Cashflow zum 30.09.2016 lag bei 236 Mio. € gegenüber 365 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang des Netto-Cashflows resultierte aus dem niedrigeren Ergebnis sowie höheren Beständen an Zwischenprodukten.

Die Investitionen in das Anlagevermögen (inkl. Finanzanlagen) betrugen im Berichtszeitraum 143 Mio. € (Vj. 112 Mio. €). Die größte Einzelinvestition wurde im Zusammenhang mit dem Stillstand in Pirdop, Bulgarien, getätigt.

Nach Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen vom Netto-Cashflow ergab sich ein Free Cashflow von 93 Mio. € (Vj. 253 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 128 Mio. € (Vj. 104 Mio. €).

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 89 Mio. € gegenüber einem Mittelzufluss von 4 Mio. € im Vorjahr.

Zum 30.09.2016 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 472 Mio. € (Vj. 453 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten zum 30.09.2016 betrugen 23 Mio. € (Vj. 53 Mio. €). Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung zum 30.09.2016 und 30.09.2015 dar:

Mittelherkunft- und verwendung

Grafik: Mittelherkunft- und verwendung

Netto-Finanzverbindlichkeiten im Konzern

T 018
 
in Mio. € 30.09.2016 30.09.2015
     
Finanzverbindlichkeiten 495 506
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –472 –453
 
Netto-Finanzverbindlichkeiten 23 53

Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.