Gesamtbewertung des Geschäftsjahres des Aurubis-Konzerns durch den Vorstand

Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2015/16 ein Ergebnis erwirtschaftet, das deutlich unter dem Rekordergebnis des Vorjahres lag. Damit ist eingetroffen, was wir im Ausblick unseres letzten Geschäftsberichts bereits erwartet hatten. Das operative Konzernergebnis vor Steuern (EBT) erreichte eine Höhe von 213 Mio. € (Vj. 343 Mio. €). Diese Entwicklung war auf ungünstige Entwicklungen in Teilmärkten zurückzuführen. Hier sind insbesondere die Märkte für Schwefelsäure und Altkupfer zu nennen. Zusätzlich wirkte sich der geplante Stillstand in Bulgarien sowie eine geringere Kathodenprämie ergebnismindernd aus. Das sehr gute Metallmehrausbringen des Vorjahres konnte bei insgesamt gesunkenen Metallpreisen nicht wiederholt werden. An dem im Vorjahr aufgelegten Programm zur konzernweiten Optimierung und Effizienzsteigerung wurde unterdessen weitergearbeitet.

Beide Business Units erreichten ein positives Ergebnis, aber mit jeweils deutlichen Rückgängen zum Vorjahr. Die ungünstige Entwicklung einzelner Märkte hat die Business Units dabei unterschiedlich stark belastet. Die interne Zielvorgabe eines operativen ROCE von 15 % für den Gesamtkonzern wurde mit 10,9 % nicht erreicht.

Die Geschäftsentwicklung in der BU Primärkupfererzeugung war von der anhaltend guten Verfassung an den Konzentratmärkten charakterisiert. Sie erlaubte nicht nur eine gute Mengenversorgung, sondern auch hohe Schmelz- und Raffinierlöhne. Ergebnisbelastend wirkte der geplante umfangreiche Wartungs- und Reparaturstillstand an unserem Hüttenstandort Pirdop in Bulgarien. Dadurch blieben die Konzentratdurchsätze leicht unter dem Vorjahr. Zusätzlich belasteten marktbedingte Faktoren, wie rückläufige Erlöse für Schwefelsäure, niedrigere Raffinierlöhne für Altkupfer, geringere Prämien für Kupferkathoden und insgesamt niedrigeres Metallmehrausbringen bei gesunkenen Metallpreisen, das Ergebnis der Business Unit.

In der BU Kupferprodukte verlief die Entwicklung differenziert. Das Recyclinggeschäft war durch rückläufige Raffinierlöhne für Altkupfer, geringere Kathodenprämien und niedrigere Metallpreise belastet. Das Geschäft mit Gießwalzdraht und Formaten verlief auf einem hohen Niveau, die Absätze blieben gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Restrukturierung der Business Line Flat Rolled Products wurde fortgeführt. Bei einem auf Vorjahresniveau liegenden Absatzvolumen konnten die Ergebnisse hier leicht gesteigert werden.

Trotz des geringeren Geschäftsergebnisses lag der Netto-Cashflow mit 236 Mio. € auf einem guten Niveau, aber deutlich unter den 365 Mio. € des Vorjahres.

Die Bilanzstruktur des Aurubis-Konzerns ist sehr robust. Die Eigenkapitalquote (operativ) liegt bei 47,8 % (Vj. 46,9 %). Die Netto-Finanzverbindlichkeiten konnten weiter auf 23 Mio. € (Vj. 53 Mio. €) verringert werden.