Geschäfts- und Ergebniserwartung Aurubis-Konzern

Wie die Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung auf unseren geschäftsrelevanten Märkten zeigen, wird das Geschäftsjahr 2016/17 des Aurubis-Konzerns von Unsicherheiten begleitet sein, die auch auf unsere Geschäftstätigkeit einwirken.

In den beiden Business Units erwarten wir eine differenzierte Entwicklung:

In der BU Primärkupfererzeugung wurde am Standort Hamburg im Oktober/November 2016 ein alle drei Jahre gesetzlich vorgeschriebener Wartungsstillstand durchgeführt, der das Ergebnis des ersten Quartals 2016/17 belasten wird. Für das restliche Geschäftsjahr erwarten wir eine hohe Anlagenverfügbarkeit.

Gleichzeitig rechnen wir mit einer weiterhin guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Weltmarkt. Durch die Inbetriebnahme von Neu- und Erweiterungsprojekten ist das Angebot auch 2017 als zufriedenstellend einzustufen. Ergänzt um unsere breite Positionierung am Markt und unsere Lieferantendiversifizierung sind wir zuversichtlich, erneut eine gute Versorgung sicherstellen zu können. Das zu erwartende Schmelz- und Raffinierlohnniveau wird angesichts der vorliegenden Marktsituation von uns als relativ hoch eingeschätzt.

Bei Altkupfer ist die Angebotsentwicklung nicht abzuschätzen. Das Geschäft ist kurzfristiger Natur und damit von Einflüssen abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Höhere Kupferpreise, wie sie zum Teil erwartet werden, könnten jedoch helfen, das Angebot zu verbessern. Auch hier federt unsere breite Marktaufstellung Versorgungsrisiken ab.

Auch der Absatz von Schwefelsäure hängt von kurzfristigen Entwicklungen ab. Die Laufzeit der Verträge ist deshalb ebenfalls kurz. Außerdem sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa und Südamerika. Das Verhältnis von lokalem Absatz und Exporten schwankt entsprechend den Marktgegebenheiten.

In der BU Kupferprodukte sind die Teilmärkte uneinheitlich.

Der Absatz von freien Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.

Qualifizierte Aussagen über die Entwicklung des Kupferproduktgeschäfts im neuen Geschäftsjahr sind nur begrenzt möglich, da die Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge 2017 noch nicht beendet ist. Ein bereits bekannter Faktor ist die von Aurubis für das kommende Kalenderjahr festgesetzte Kathodenprämie für europäische Kunden. Diese bezieht sich auf Jahresverträge für Kathoden und Kupferprodukte und wurde von 92 US$/t auf 86 US$/t abgesenkt. Damit wird der erwarteten Kundennachfrage für Jahresverträge Rechnung getragen.

Angesichts der gut laufenden Branchenkonjunkturen, die aus heutiger Sicht 2017 keinen größeren Einbrüchen ausgesetzt sein dürften, rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte mit zufriedenstellenden Abschlüssen beenden zu können. Die gute Kundenbindung in unseren Kernmärkten unterstützt dies. Außerdem werden wir den Ausbau unseres Neukundengeschäfts fortsetzen.

Im Recycling von Altkupfer ist in der BU Kupferprodukte von den gleichen Annahmen auszugehen, wie sie bereits in den Aussagen zur BU Primärkupfererzeugung getroffen wurden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine sichere Gesamtbewertung der künftigen Altkupferversorgung 2017 nicht möglich ist. Auch über Substitutionsmöglichkeiten mit Blisterkupfer kann keine langfristige Aussage getroffen werden. Aufgrund unserer Präsenz an den Recycling- und Blisterkupfermärkten und unserer guten Lieferantenbindung sind wir jedoch zuversichtlich, die Versorgung mit Altkupfer bzw. Blisterkupfer im Konzern sicherstellen zu können. Den im vorangegangenen Geschäftsjahr stärker verfolgten Closing-the-Loop-Ansatz, mit dem wir Produktkunden als Lieferanten von Produktionsschrott gewinnen wollen, werden wir auch 2017 weiterverfolgen.

Insgesamt können sich wie in den Vorjahren quartalsweise Unterschiede ergeben. Dies hat saisonale Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Gerade das erste Quartal eines Geschäftsjahres zeichnet sich im Geschäftsverlauf durch periodenbedingte Besonderheiten aus, zu denen beispielsweise eine gedämpfte Ordertätigkeit bei Kunden oder Veränderungen in den Rohstofflieferungen zählen. Im Einzelnen kaum prognostizierbar sind die für uns wichtigen Einflüsse aus dem Bereich der europäischen und deutschen Energie- und Umweltschutzpolitik.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2015/16 wurden im Konzern verschiedene Initiativen angestoßen, um Aurubis weiter zu stärken. Aktuell ist Aurubis in vielen Bereichen Marktführer – diese Positionen sollen mindestens gehalten, langfristig sogar weiter ausgebaut werden. Zu diesem Zweck wurden drei wesentliche Initiativen gestartet:

a) eine Meinungserhebung unter mehr als 1.000 Mitarbeitern,

b) ein Diagnoseprozess auf der Grundlage von finanziellen und operativen KPIs (Key Performance Indicators), zentralen Prozessen, Organisationsstrukturen sowie den vorhandenen IT-Systemen und

c) Projekte zur vertieften kontinuierlichen Verbesserung.

Unser Fazit werden wir auf unserer Hauptversammlung am 02.03.2017 und im weiteren Verlauf desersten Halbjahres 2017 vorstellen.

Die künftige Entwicklung und Prognose der Aurubis AG deckt sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage.