12. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden die gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuern ausgewiesen. Der Ertragsteueraufwand einschließlich der latenten Steuern setzte sich wie folgt zusammen:

T 044
 
in T€ 2015/16 2014/15
     
Laufende Steuern 44.802 85.923
Latente Steuern –9.506 –50.047
 
  35.296 35.876

Im Steueraufwand waren für Vorjahre laufende Steuern in Höhe von –1.665 T€ (Vj. 616 T€) sowie für latente Steuern (aus Korrekturen der Steuerbilanzwerte) in Höhe von –626 T€ (Vj. 647 T€) enthalten.

Aus dem sich nach § 37 KStG ergebenden Körperschaftsteuerguthaben und -erhöhungsbetrag hat sich im Berichtsjahr ein Ertrag in Höhe von 49 T€ (Vj. 72 T€) ergeben.

Der Steuerertrag aus latenten Steuern resultierte in Höhe von 9.506 T€ aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede sowie aus Verlustvorträgen. Der Unterschied zwischen dem Steuerertrag dieses Jahres und dem Steuerertrag des Vorjahres war durch die Bewertungsunterschiede beim Vorratsvermögen beeinflusst.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht einen gesetzlichen Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vj. 15 %) zuzüglich eines Solidaritätszuschlages von 5,5 % (Vj. 5,5 %) vor. Der Gewerbesteuersatz betrug bei der Aurubis AG 16,59 % (Vj. 16,59 %) des Gewerbeertrags. Bei den anderen deutschen Konzerngesellschaften kamen Gewerbesteuersätze zwischen 11,09 % und 17,33 % (Vj. 11,09 % und 17,33 %) zur Anwendung. Die für die ausländischen Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze lagen zwischen 10 % und 35,98 % (Vj. 10 % und 35,98 %).

Die Konzernsteuern beinhalten in nennenswertem Umfang Steuereffekte aus ausländischen Gesellschaften. Dem wird dadurch Rechnung getragen, dass als rechnerischer Konzernsteuersatz nicht der Steuersatz der deutschen Muttergesellschaft (32,41 %, Vj. 32,41 %), sondern ein konzernweiter Mischsteuersatz i. H. v. 23,07 % (Vj. 19,49 %) zur Anwendung kommt. Die Veränderung des durchschnittlichen Konzernsteuersatzes resultiert aus einer gegenüber dem Vorjahr wesentlich geänderten Verteilung des Ergebnisbeitrages der Gesellschaften am Gesamtergebnis. Wie im Vorjahr kommen die wesentlichen Ergebnisbeiträge von Aurubis AG und Aurubis Bulgarien AD zu ungefähr gleichen Anteilen.

Der ausgewiesene Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2015/16 in Höhe von 35.296 T€ (Vj. 35.876 T€) war um 1.349 T€ höher (Vj. 2.851 T€ niedriger) als der erwartete Ertragsteueraufwand in Höhe von 36.645 T€ (Vj. 33.025 T€). Der Unterschied zwischen dem erwarteten und dem ausgewiesenen Ertragsteueraufwand war auf Ursachen zurückzuführen, die folgender Überleitungsrechnung zu entnehmen sind:

Überleitungsrechnung:

T 045
     
in T€ 2015/16 2014/15
     
Ergebnis vor Steuern 158.815 169.444
Theoretischer Steueraufwand mit 23,07 % (Vj. 19,49 %) 36.645 33.025
 
Veränderungen des theoretischen Steueraufwandes aufgrund:    
– Steuersatzänderungen 97 11
– Nichtansatz und Korrektur latenter Steuern 2.804 2.944
– Steuern aus Vorjahren –2.291 1.263
– nicht abzugsfähiger Aufwendungen 2.751 5.352
– steuerfreier Erträge –240 –317
– Notional Interest Deduction (Belgien) –3.963 –6.274
– Outside Basis Differences –296 –76
– Effekte aus der Equity-Konsolidierung –233 –59
– Sonstige 22 7
 
Steuern von Einkommen und Ertrag 35.296 35.876

Die Effekte aus dem Nichtansatz von Verlustvorträgen von insgesamt 2.969 T€ resultierten im Wesentlichen aus der Aurubis Niederlande BV und Aurubis Switzerland SA. Der Restbetrag beinhaltete Korrekturen im Vorjahr nicht angesetzter Verlustvorträge sowie Berichtigungen steuerlicher Verlustvorträge und untergehende Verlustvorträge im laufenden Jahr.

Als wesentliche Besonderheit im belgischen Steuerrecht ist die „Notional Interest Deduction“ zu beachten, die zu einer Verringerung der Bemessungsgrundlage der laufenden Steuern der Aurubis Belgium im Berichtszeitraum in Höhe von 11.660 T€ (Vj. 18.459 T€) führte.

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern entfielen auf folgende Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf Outside Basis Differences (OBD):

T 046
         
  30.09.2016 30.09.2015
         
in T€ Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
         
Immaterielle Vermögenswerte 3.372 210 3.717 204
Sachanlagen 631 111.013 1.062 114.875
Finanzanlagen 2 345 2 0
At Equity bilanzierte Finanzanlagen 149 2.471 31 2.429
Vorräte 14.022 160.131 27.596 178.156
Forderungen und sonst. Vermögenswerte 2.261 22.079 779 42.422
Pensionsrückstellungen 86.815 2.780 55.698 4.152
sonstige Rückstellungen 9.171 489 8.288 400
Verbindlichkeiten 29.919 1.244 71.030 14.014
Steuerliche Verlustvorträge 14.646 0 14.494 0
Outside Basis Differences 0 655 0 951
Saldierung –150.570 –150.570 –174.617 –174.617
 
Konzernbilanz 10.418 150.847 8.080 182.986

Von den aktiven latenten Steuern realisieren sich 16.283 T€ (Vj. 28.374 T€) und von den passiven 182.210 T€ (Vj. 220.578 T€) innerhalb der nächsten zwölf Monate. Nach mehr als zwölf Monaten realisieren sich aktive latente Steuern in Höhe von 144.705 T€ (Vj. 154.323 T€) und passive latente Steuern in Höhe von 119.207 T€ (Vj. 137.025 T€). Bei diesen Angaben handelt es sich um die Werte vor Saldierung.

Latente und laufende Steuern, die direkt dem sonstigen Ergebnis (OCI) und damit dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden, stellten sich wie folgt dar:

T 047
         
  30.09.2016 30.09.2015
         
in T€ Bestand Veränderung Bestand Veränderung
         
Latente Steuern        
Derivate 1.651 –5.924 7.575 1.683
Pensionsrückstellungen 38.765 30.563 8.202 –5.556
 
Summe 40.416 24.639 15.777 –3.873
 
Laufende Steuern –1.895 –862 –1.033 78
Währungsdifferenzen –593 293 –886 –254

Darüber hinaus ergaben sich währungskursbedingte Änderungen der einzelnen erfolgswirksamen latenten Steuerpositionen der ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von insgesamt 39 T€ (Vj. 693 T€).

Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem die Realisierung des entsprechenden Vorteils wahrscheinlich ist. Unter Berücksichtigung der prognostizierten Gewinnerwartungen der Tochtergesellschaften ist gemäß IAS 12.34 eine Nutzung der angefallenen Verlustvorträge wahrscheinlich.

Es bestanden Verlustvorträge von insgesamt 165.931 T€ (Vj. 156.839 T€). Für ertragsteuerliche Verluste in Höhe von 58.309 T€ (Vj. 56.836 T€) wurden aktive latente Steuern gebildet, obwohl die Gesellschaften teilweise eine Verlusthistorie aufweisen. Korrespondierend bestanden passive latente Steuern oder bei diesen Gesellschaften lag eine positive Ergebnisplanung vor.

Auf Verlustvorträge in Höhe von 107.621 T€ (Vj. 100.003 T€) ist keine aktive latente Steuer gebildet worden, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Von den nicht werthaltigen Verlustvorträgen war ein Betrag von 31.806 T€ (Vj. 33.363 T€) unbeschränkt vortragsfähig, ein Betrag von 22.771 T€ (Vj. 26.395 T€) innerhalb der nächsten sieben Jahre nutzbar und ein Betrag von 53.044 T€ (Vj. 40.246 T€) innerhalb der nächsten neun Jahre nutzbar.

Auf Unterschiedsbeträge zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaften in der Steuerbilanz der jeweiligen Muttergesellschaft (sogenannte Outside Basis Differences) wurden zum Stichtag passive latente Steuern von 655 T€ (Vj. 951 T€) gebildet. Für Outside Basis Differences aus thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften in Höhe von 11.745 T€ (Vj. 14.144 T€) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist.