30. Finanzinstrumente

Der Aurubis-Konzern ist durch den Einsatz von Finanzinstrumenten Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und Ausfallrisiken ausgesetzt.

Marktrisiken

Marktrisiken entstehen aus einer möglichen Veränderung von Risikofaktoren, die zu einer Verringerung des Marktwerts der diesen Risikofaktoren unterliegenden Transaktionen führt. Für das Unternehmen sind die folgenden Gruppen von allgemeinen Risikofaktoren von Relevanz: Wechselkursrisiken, Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken.

Wechselkursrisiken

Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Änderungen von Wechselkursen können zu Wertverlusten bei Finanzinstrumenten führen. Um Währungsrisiken zu begrenzen, werden Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig US-Dollar. Hierbei wird die Fremdwährungsposition aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen durch Devisenderivate glattgestellt. Bei sämtlichen Devisensicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte zur Sicherung künftiger Einnahmen abgeschlossen. Im vorliegenden Abschluss sind – soweit die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt waren – die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Grundsätzliche Verschiebungen der Devisenrelationen – insbesondere des Verhältnisses des Euro zum US-Dollar – können dabei jedoch nur auf begrenzte Zeit gesichert werden.

Ausführungen zur Steuerung von Wechselkursrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.

Das Fremdwährungsrisiko tritt als Cashflow-Risiko auf und stellt die Risikoposition für die folgende Periode dar. Diese entspricht dem Nettobetrag des Nominalvolumens der im Bestand befindlichen originären und derivativen Finanzinstrumente, die Wechselkursrisiken ausgesetzt sind. Außerdem werden geplante Umsatztransaktionen der folgenden Perioden insoweit einbezogen, als diese im Währungsrisikomanagement zur Darstellung der Risikoposition für die folgende Periode berücksichtigt werden.

Fremdwährungsrisiko

T 090
 
  EUR/USD
     
in T€ 30.09.2016 30.09.2015
     
Risikoposition aus gebuchten Transaktionen –592.946 –674.465
geplante Umsätze 768.540 631.827
Forward-Fx-Transaktionen 290.495 327.652
Put-Optionsgeschäfte –172.028 –117.826
 
Netto-Exposure 294.061 167.188

Der IFRS 7 fordert zur Darstellung von Marktrisiken eine Sensitivitätsanalyse für jede Risikoart. Durch die Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand zum Bilanzstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Für das Wechselkursrisiko wurde eine Sensitivitätsanalyse für die Fremdwährung vorgenommen, die ein signifikantes Risiko für das Unternehmen darstellt. Dabei handelt es sich um den US-Dollar. Bei der Sensitivitätsanalyse für die Währungen wurde angenommen, dass sich der Kurs des Euro zum US-Dollar jeweils um ± 10 % verändert.

Wenn am 30.09.2016 bzw. 30.09.2015 der Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % stärker bzw. schwächer gewesen wäre als der vorherrschende Stichtagskurs, wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis bezogen auf das Fremdwährungsrisiko am Bilanzstichtag wie in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind alle relevanten Fremdwährungspositionen sowie die im Fremdwährungsrisiko berücksichtigten geplanten Umsätze der folgenden Periode eingegangen.

Währungssensitivitäten

T 091
     
  EUR/USD
     
in T€ 30.09.2016 30.09.2015
     
Stichtagskurs 1,1161 1,1203
     
Abwertung (EUR ggü. USD) 1,0045 1,0083
Ergebniseffekt 83.845 68.859
davon entfallen auf    
geplante Umsätze 85.393 70.203
davon entfallen auf    
originäre Geschäfte 9.478 34.647
davon entfallen auf    
derivative Geschäfte –11.026 –35.991
Eigenkapitaleffekt –32.931 –35.601
     
Aufwertung (EUR ggü. USD) 1,2277 1,2323
Ergebniseffekt –64.491 –54.676
davon entfallen auf    
geplante Umsätze –69.867 –57.439
davon entfallen auf    
originäre Geschäfte –3.645 –26.683
davon entfallen auf    
derivative Geschäfte 9.021 29.446
Eigenkapitaleffekt 21.125 26.740

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Auftretende Zinsrisiken werden durch Zinsswaps abgesichert. Zinsänderungsrisiken sind im finanzwirtschaftlichen Bereich von wesentlicher Bedeutung. Soweit im Rahmen der Absicherung variabler Zinszahlungen die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt sind, werden die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft im betreffenden Geschäftsjahr erfolgswirksam wird.

Ausführungen zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.

Nachfolgend wird das Netto-Exposure für variabel verzinsliche Risikopositionen dargestellt.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie das Eigenkapital dar.

Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Zinssätze um 100 Basispunkte (50 Basispunkte) wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis zum 30.09.2016 bzw. 30.09.2015 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind die gleichen Positionen eingegangen wie bei der Ermittlung des zuvor dargestellten Netto-Exposures. Daneben wurden alle verzinslichen Finanzinstrumente aufgenommen, die in der folgenden Periode auslaufen. In diesem Fall wurde jeweils ab dem Zeitpunkt der Fälligkeit ein Ersatz zum Sensitivitätszinssatz unterstellt.

Variabel verzinsliche Risikopositionen

T 092
 
  Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
                 
in T€ 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015
                 
Ausleihungen/
Festgelder
438.092 427.342 438.092 427.342 0 0 0 0
Sonstige
Risikopositionen
–303.088 –319.106 –232.088 –248.106 –58.000 –58.000 –13.000 –13.000
davon zinsgesichert 71.000 71.000 0 0 58.000 58.000 13.000 13.000
 
Netto-Exposure 206.004 179.236 206.004 179.236 0 0 0 0

Zinssensitivitäten

T 093
 
  30.09.2016 30.09.2015
         
in T€ +100 BP – 50 BP +100 BP – 50 BP
         
Ergebniseffekt 2.024 –1.672 1.792 –899
Eigenkapitaleffekt 1.846 –954 2.412 –1.255

Sonstige Preisrisiken

Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Warenpreisrisiken ausgesetzt. Um Preisrisiken zu begrenzen, werden unter anderem NE-Metalltermingeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig die Absicherung des Kupferpreises. Hierfür werden ein- und ausgehende Metallmengen aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen durch Börsengeschäfte glattgestellt. Bei sämtlichen Metallsicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen.

Soweit preisfixierte Metalllieferverträge über NE-Metalle zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen bzw. des erwarteten Verkaufs von Fertigprodukten als derivative Finanzinstrumente bilanziert werden, kommt es zu einer ergebniswirksamen Berücksichtigung von Marktwertänderungen. Gewinne und Verluste aus der gegenläufigen Entwicklung der Marktwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte sind folglich unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Ausführungen zur Steuerung von Metallpreisrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.

Der Aurubis-Konzern hat seine Stromverbräuche durch einen langfristigen Vertrag mit einem Energieversorger gesichert. Aus der Bewertung eines Teiles dieses Vertrages ist Aurubis einem Strompreisrisiko ausgesetzt.

Nachfolgend ist das Nominalvolumen für derivative Finanzinstrumente für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle und CO2 dargestellt, das sich aus der unsaldierten Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte ergibt.

Nominalvolumen der Derivate

T 094
 
in T€ 30.09.2016 30.09.2015
     
Kupfer 1.015.407 1.794.749
Silber 97.680 104.825
Gold 398.173 398.103
Strom, Kohle, CO₂ 94.598 96.385
 
  1.605.858 2.394.062

Warenpreisrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Warenpreise auf das Periodenergebnis dar.

Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Warenpreise um 10 % wäre das Jahresergebnis zum 30.09.2016 bzw. 30.09.2015 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind sämtliche zum Stichtag vorhandene Derivate für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle und CO₂ eingeflossen.

Warenpreissensitivitäten

T 095
                 
  Kupfer Silber Gold Strom, Kohle, CO
                 
in T€ 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015
                 
Preisanstieg                
Ergebniseffekt 26.637 43.782 5.310 8.735 27.630 26.760 4.118 3.656
 
Preisrückgang                
Ergebniseffekt –26.637 –43.782 –5.310 –8.735 –27.630 –26.760 –4.118 –3.656

Die bei den Warenpreissensitivitäten ausgewiesenen Ergebniseffekte werden bei den Metallen durch die Bewertung der noch nicht fixierten Kauf- oder Verkaufspartien ganz oder teilweise wieder kompensiert, da diese Positionen provisorisch mit dem jeweiligen Stichtagskurs bewertet werden.

Derivative Finanzinstrumente

Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Wechselkurs-, Zins- und sonstigen Preisrisiken ein. Sofern die Voraussetzungen für die Anwendung von Hedge Accounting erfüllt sind, werden diese im Rahmen von Cashflow Hedges abgebildet.

Finanzderivate

T 096
 
  Aktiva Passiva
                 
  30.09.2016 30.09.2015 30.09.2016 30.09.2015
in T€ Buchwert Nominal-
volumen
Buchwert Nominal-
volumen
Buchwert Nominal-
volumen
Buchwert Nominal-
volumen
                 
Zinsswaps                
ohne Hedge-Beziehung 0 0 0 0 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 0 0 45 13.000 1.457 71.000 93 58.000
 
Devisentermingeschäfte                
ohne Hedge-Beziehung 2.646 458.959 25.209 604.582 1.675 225.412 5.988 470.248
als Cashflow Hedges 2.257 214.263 126 26.851 5.719 80.462 30.483 287.300
 
Devisenoptionsgeschäfte                
ohne Hedge-Beziehung 0 0 0 0 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 231 71.385 342 30.380 285 98.377 313 84.587
 
Metalltermingeschäfte                
ohne Hedge-Beziehung 25.841 774.802 36.420 1.043.090 16.692 777.100 81.061 1.303.316
als Cashflow Hedges 0 0 0 0 0 0 0 0
 
sonstige Geschäfte                
ohne Hedge-Beziehung 1.869 6.171 0 0 16.865 88.427 21.787 96.385
als Cashflow Hedges 0 0 0 0 0 0 0 0

Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente besteht aus der Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte. Der beizulegende Zeitwert errechnet sich dagegen aus der Bewertung sämtlicher Kontrakte zu den Preisen des Bewertungsstichtags. Er gibt an, wie sich das Ergebnis bei prompter Glattstellung der Derivatekontrakte – losgelöst von den Grundgeschäften – zum Stichtag verändert hätte.

Die Ergebnisauswirkungen der Marktwertveränderungen von Finanzderivaten, die sich auf einen Cashflow Hedge beziehen, werden in Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gebucht.

Der effektive Teil der Wertveränderungen derivativer Finanzinstrumente, der in der Berichtsperiode erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurde, betrug –5.510 T€ (Vj. –55.675 T€). Der Betrag, der während der Periode aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting überführt wurde, betrug –33.561 T€ (Vj. –43.576 T€) und schlägt sich im Wesentlichen in der GuV-Position „Materialaufwand“ nieder.

Der ineffektive Teil der Marktwertänderung wird dagegen direkt ergebniswirksam gebucht.

Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine zu berücksichtigenden ineffektiven Teile der Marktwertänderung der Sicherungsinstrumente identifiziert.

Die beiden folgenden Tabellen zeigen, wann die Zahlungsströme aus Cashflow Hedges eintreten und wann sie die GuV beeinflussen:

Darstellung der Cashflow Hedges 30.09.2016

T 097
 
GuV-Wirkung und Eintritt
in T€
Buchwert Nominal-
volumen
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
           
Zinsswaps          
Vermögenswerte 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 1.457 71.000 0 58.000 13.000
 
Devisentermingeschäfte          
Vermögenswerte 2.257 214.263 129.234 85.029 0
Verbindlichkeiten 5.719 80.462 80.462 0 0
 
Devisenoptionsgeschäfte          
Vermögenswerte 232 71.385 28.528 42.857 0
Verbindlichkeiten 286 98.377 56.442 41.935 0

Darstellung der Cashflow Hedges 30.09.2015

T 098
 
GuV-Wirkung und Eintritt
in T€
Buchwert Nominal-
volumen
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
           
Zinsswaps          
Vermögenswerte 45 13.000 0 0 13.000
Verbindlichkeiten 93 58.000 0 58.000 0
 
Devisentermingeschäfte          
Vermögenswerte 126 26.851 26.851 0 0
Verbindlichkeiten 30.483 287.300 207.768 79.532 0
 
Devisenoptionsgeschäfte          
Vermögenswerte 342 30.380 30.380 0 0
Verbindlichkeiten 313 84.587 42.410 42.177 0